Familienwochenende deluxe…

… und das sog­ar mit ein­er bom­bastis­chen Über­raschung! Unsere Tochter wusste gar nichts davon, dass ihr Papa bere­its schon im Som­mer den Führerschein zurück bzw. die Pro­cedere mit Prü­fun­gen usw. noch mal erleben musste. Sie ahnte noch nicht mal, als er das eine oder andere mal nicht da war. Dafür planten wir bere­its vor bestanden­er prak­tis­ch­er Prü­fung das Woch­enende. Natür­lich wusste sie von einem Woch­enende, als wir ihr sagten, dass nach der let­zten Mat­h­ear­beit wir was vor haben. Generell sollte es eigentlich ganz woan­ders hinge­hen, aber die let­zten Wochen waren so heftig, dass ich mich darauf nicht mehr ein­ge­lassen habe. Ich wollte keine gute Miene zum bösen Spiel machen und ein auf Gute Laune machen. Das tue ich seit einiger Zeit nicht mehr. Also planten wir vor ein­er Woche die Routen anders bzw. mein Mann tat es. Let­ztlich wusste ich doch ins­ge­heim, welche Stopps er ein­bauen wollte und ich wusste durch ihn, dass es dann ein­mal nach Cux­haven gehen sollte (natür­lich auch vom Wet­ter abhängig!). Seit Novem­ber 2011 wohne ich nun im Süden Ham­burgs und es war immer mein Wun­sch, ein­mal und sei es auch nur für einen Tag, nach Cux­haven zu fahren. Doch entwed­er war das Wet­ter total mies, ein­er von uns (oder auch alle zusam­men) waren krank, dann klappte das finanziell nicht, tja oder aber eine OP am Knie machte eben­falls alles zunichte. Umso wichtiger war ihm jet­zt, da er ja seinen Führerschein wieder hat, dass wir endlich dahin kom­men. Also switch ich ein­mal zum Fre­itag, zum Beginn der ganzen Über­raschungsak­tion:

Fre­itag um 12 Uhr holten wir das Mietau­to, was wir bere­its schon wenige Wochen vorher gebucht haben. Also düsten wir kurz nach Hause, holten den Kinder­sitz und alles, was wir für zwei Box­en­stopps, … Ach nee, drei waren es ja…, braucht­en. Gegen kurz vor 13 Uhr (hey, wir park­ten so, dass sie es a) nicht sehen kon­nte und b) dass wir oben an der Schule nicht alles block­ieren) tigerten wir also die let­zten Meter vom Auto zur Schule. Sie kam recht zügig raus und wun­derte sich erst mal warum ihr der Ruck­sack abgenom­men wurde. Aber gut, soll sie mal diesen Ser­vice ein­mal genießen. 😀
Nichts­destoweniger wun­derte sie sich dann aber doch, dass wir nicht die Straßen­seite wech­sel­ten. Sie plaud­erte also ein­mal im Telegramm­stil, wie es in der Schule war. Denn sie wusste, hat sie zu Ende erzählt, woll­ten wir dann das ganze Woch­enende über NICHTS von der Schule hören — egal obs pos­i­tiv oder neg­a­tiv gewe­sen war! Mein Mann gab das Auto frei, aber sie bemerk­te es nicht wirk­lich (klar, wer achtet da schon drauf?!) und als ich dann ste­hen blieb und meinte “Ja dann Tschüss wa” und die Autotür öffnete, fiel ihr alles aus dem Gesicht! 😀 “Ist das jet­zt unser Auto?????” mit mega­großen Augen und jed­er Menge Leucht­en in den Augen fragte sie es. Nee, schön wärs. Also sooooo gut hat­ten wir das dann doch nicht im Geld­beu­tel. Die Miete allein haben wir uns müh­sam zusam­men ges­part und holten wirk­lich nur das nötig­ste, um dieses Woch­enende über­haupt möglich zu machen.

Also runter von der B73, rauf auf die A7. Während wir Mädels, und er natür­lich auch, über Hunger klagten hiel­ten wir bei MCD und schlu­gen uns die Wampe voll. Was auch ganz gut war, nicht in Neu­graben zu holen, da es am Fre­itag und beson­ders dann nach 13 Uhr proppe voll gewe­sen wäre, also aßen wir erst kurz vor in Schn­everdin­gen. Auch das war eine weise Entschei­dung, weils doch recht angenehm war. Zwar nicht ruhig, aber nicht über­laufen. Also schmeck­te es umso mehr. 😉
Tja, was unsere Tochter nicht ahnte: die Fahrt ging noch weit­er und zwar zum Lagerverkauf vom Kek­sladen direkt am Bahn­hof Schn­everdin­gen! Also deck­ten wir uns dort ein­mal ein und dann tele­fonierte ich mit einem Laden im Alten Land! Vor einem Jahr hat­ten wir unsere Baumpaten­schaft beim Herzapfel­hof Lühs. Ich fragte nach, wie lange sie aufhaben, da auf­grund des miesen Wet­ters und des falschen Schuh­w­erkes schon klar war, selb­st nicht pflück­en zu kön­nen, die Tour etwas abzukürzen und nur in den Hofladen zu gehen. Auch hier wusste unsere Tochter nicht, wo es weit­er hinge­ht… Umso größer war dann die Freude, als sie dann gemerkt hat, dass ihr die Strecke doch etwas bekan­nt vor kam. 😀 Wir sind aber auch fies…! 😛

Sam­stag war der Ver­such da auszuschlafen, doch schlug er bei mir und unser­er Tochter fehl. Zwar machte ich KBB (Kaffe-Buch-Bett) doch ich merk­te den plöt­zlichen Wet­terum­schwung. Trotz allem stand die näch­ste Tour fest: Auswärtsspiel unser­er Jungs vom TVF gegen den FC St. Pauli am Nach­mit­tag! Ich mein, wenn man ein­mal in den Genuss kommt, ein Auto zu mieten, sollte man auch ver­suchen es zu ermöglichen die Jungs auch auswärts anzufeuern. Doch schon am Park­platz ging es mir doch nicht sooo gut, wie ich anfangs zu glauben hoffte. Das es dann doch in der Halle kippte und mir dann noch schumm­riger wurde, war klar es geht zurück! Meinem Mann war wichtig, dass ich zumin­d­est die Fahrt nach Cux­haven am Fol­ge­tag schaffe. Trotz­dem tut es mir immer noch leid, nicht dabei gewe­sen zu sein trotz krassem Sieg (31:18!!!!!!!)! Sor­ry Jungs!

Son­ntag: Der Weck­er klin­gelte früh und die restlichen Sachen wur­den heim­lich gepackt. Auf die Handtüch­er verzichteten wir, da das Wet­ter nicht ein­ladend war, sich am Strand zu set­zen und die Miete fürn Strand­ko­rb wollte ich dann so auch nicht mehr wis­sen. Also ging es wieder auf die B73, aber dies­mal in die andere Rich­tung. Unsere Tochter wusste hier von gar nix! Wir schwiegen die ganze Zeit oder besprachen das meiste, wenn sie nicht in Hör­re­ich­weite war. Restau­rant suchte ich dies mal aus. Ein mega… nein, später mehr dazu. Also, wir saßen im Auto, hörten Musik, san­gen mit, beobachteten alles an Tieren: Raben, Kühe, Rinder, Pferde, sog­ar Ziegen­böcke und ein­mal flog ein Falke ganz dicht an meinem Fen­ster vor­bei übers Auto. Das war ein mega cooles Erleb­nis! Je weit­er wir fuhren, desto nervös­er wurde dann auch ich. Denn ich war ganz nah an meinem Traum! Irgend­wann hörte ich dann ein (und da erre­icht­en wir Cux­haven schon) “Moment mal, dass hier kenne ich aber… Ich bin doch hier mit dem Reise­bus lang gefahren als ich in der Jugend­her­berge war?!”. Okay, das gemeine an der Sache war: “Meinst Du wirk­lich? Wir waren ja nicht dabei, aber manche Straßen sehen auch gle­ich aus!”… In Gedanken gab ich mir sel­ber nen Klaps am Hin­terkopf. Mama, das war fies, aber ich kon­nte nicht wider­ste­hen und dann kam dann doch ein “WIR SIND IN CUXHAVEN?!?!?!?!”! Sie quiek­te plöt­zlich herum, freute sich wie ein Schneekönig und als wir dann hiel­ten, öffnete Petrus die Schleusen und ein Regen kam herunter… Meine Güte, also die Begrüßung hätte gerne fre­undlich­er aus­fall­en kön­nen aber in der Not frisst der Punk auch Müs­li… Also Schirme geschnappt und das Restau­rant gesucht. Es hörte aber nicht auf zu reg­nen, unsere Füße waren im Nu pitschnass, unsere Beine bis zu den Knien eben­falls und wir Mädels froren bit­ter­lich. Meine innere Stimme sagte Zuhause noch: vielle­icht doch ein Hand­tuch und Ersatz­sock­en — man wisse ja nie… Ja denkste… Ignori­ert… ‘*kopf—wand*

Aber gut, wir fragten beim Bäck­er nach, ob irgen­dein Laden wie Real auch auf einem Son­ntag offen hat. Das Lidl auf hat­te, wusste ich ja schon durch die Cux­haven­reise unser­er Tochter. Also fix hinge­fahren, neue Sock­en geholt und aufn Park­platz erst mal umge­zo­gen. Ich bedanke mich bei dem Erfind­er der Sitzheizung! Sie war ein Segen! Also fuhren wir zum Restau­rant zurück, bekam ein Tisch für 3 und bestell­ten uns Pizzen! Unsere Tochter kon­nte es nicht sooo geniessen, da ihr, ver­mut­lich vor­let­zter, Wack­elzahn so schmerzte, dass sie kaum essen kon­nte. 🙁 Aber sie hat sich ganz tapfer geschla­gen. Also nach dem mega leck­erem Essen bei “da Pep­pino” gings zu Fuß an die langersehnte Küste! Da es nicht unweit weg war, gin­gen wir spazieren. Natür­lich zog sich unsere Tochter doch noch mal um, da ihr Pul­li dann doch nass war und ich hat­te meine Über­gangs­jacke dabei. Die über­ließ ich ihr, auch wenn ich sel­ber am frieren war. Tja, so gin­gen wir dann die Straße ent­lang mit einem bre­it­en Grin­sen und sie erin­nerte sich immer mehr an die Gegend. Ich blick­te rechts in die Straße rein und sah, auch schon als wir vorher dran vor­bei fuhren, den Deich. Als ich ganz trock­en meinte, ob wir nicht lieber da lang gehen sollte, jubelte sie darauf los und stürmte voran. Vergessen waren die Zahn­schmerzen, die Übelkeit und der Schwindel. Mir war auch ziem­lich schumm­rig, was ein­deutig am Kli­mawech­sel lag. Auch wenn das Wet­ter nicht ide­al war… Ich bin meinem Mann dankbar, dass er mich endlich nach Cux­haven gebracht hat… Den Rest erzählen ein­fach mal die Bilder! Aber einige Kreb­se ret­teten wir vor den sicheren “Möwe­nat­tack­en”…

 

Liebe Cux­haven­er, Ihr kön­nt wirk­lich stolz auf Eure Gegend sein! Ich fühlte mich bei Euch mega wohl und danke Euch für diese wun­der­schö­nen Stun­den! Mit Trä­nen in den Augen stieg ich ins Auto und weinte sog­ar noch auf der Rück­fahrt! Ein Sou­venir musste jedoch mit und es hat am sel­ben Tag noch einen Ehren­platz bekom­men! Bis zum näch­sten Mal!

 

Euer Lese­herz

 

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