Warum ich die Sicherheit an Schulen in Gefahr sehe…

und warum man nicht mehr schweigen darf!

Jed­er, und damit meine ich wirk­lich JEDER bekam es vor weni­gen Tagen mit, dass eine 11 jährige Grund­schü­lerin sich das Leben genom­men hat. Grund: Mob­bing!

Ich bin Mut­ter ein­er Tochter und als ich es im Radio hörte, wurde mir schla­gar­tig klar: es hätte auch mein Kind sein kön­nen!

Seit fünf Jahren besucht sie im Süderel­ber­aum die Grund­schule (ein­mal Ehren­runde, weil ein Kann-Kind (früher Kor­ri­dorkind)) und seit 4 Jahren, nach­dem Neustart, gin­gen Mob­binat­tack­en los. Natür­lich darf man sich kap­peln, belei­di­gen und von mir aus auch mal zu lan­gen. Auch wenn Gewlt keine Lösung ist, müssen Kinder mit Kon­flik­ten zurecht kom­men. Aber auch nur bis zu ein­er gewis­sen Gren­ze. Dass genau solche Gren­zen über­schrit­ten wer­den, dass spüren nur die ganz weni­gen oder im Prinzip gar kein­er, wie man jet­zt in Berlin gese­hen hat. Meine Tochter wurde belei­digt (ganz davon abge­se­hen, wir als Eltern auch), die Tol­er­anzschwelle ras­selte abgrundtief dahin, irgend­wann kam Dieb­stahl dazu, Sachbeschädi­gung und Gewalt. Natür­lich spricht man mit den Lehrern, Eltern (deren Kinder das ganze anzetteln) und irgend­wann lan­det man auch automa­tisch beim Schulleit­er. Man bat um Klärung, dass auch Tol­er­anz und Respekt bitte näher gebracht wer­den soll. Jed­er ist unter­schiedlich und das ist auch okay und genau das ist es: für nie­man­den ist es heutzu­tage okay, wenn man nicht mit Klam­ot­ten von Guc­ci zur Schule kommt oder Esko­rt­ser­vice direkt vors Schul­tor! In solchen Augen bist Du ein Nichts!
So, nun stand man irgend­wann vor der Entschei­dung was man machen soll… Weit­er auf die Bar­rikaden gehen, Attack­en jeglich­er Art melden oder schweigt man? Anstatt let­zteres zu tun, ging ich ins ReB­Bz, bat um Gespräche um der gesamten Klasse zu helfen. Denn es war klar, dass die gesamte Klasse ein Prob­lem hat. Wie sagte eine frühere Lehrerin? Der Zusam­men­halt ist ja völ­lig zusam­men gekracht — Wahnsinn! Obs Wahnsinn ist, das liegt ja nun im Auge des Betra­chters. Man saß zusam­men im Raum, besprach die wichtig­sten Punk­te. Natür­lich hat man automa­tisch auch das eigene Kind im Auge. Ist da was dran oder teilt sie auch gerne mal aus? Aber wenn man es tagtäglich miter­lebt… Sich­er, dass das eigene Kind so weit gehen würde, teil­weise heulend in die Arme fliegt? Na, ich weiß ja nicht… Man machte Inspek­tio­nen in der Schule, man hielt Kon­takt, man hat dann auch für eine gewisse Zeit mit einem exter­nen Träger, den die Schule in Anspruch nahm, zusam­men gear­beit­et. Also uns ist zumin­d­est nicht bekan­nt, dass unsere Tochter der Teufel höch­st­per­sön­lich sei — im Gegen­teil! Sie IST Opfer dieser Mob­bin­gat­tack­en! Und die Täter? Die dür­fen seit 4 Jahren weit­er machen — ohne große Kon­se­quen­zen! Seit­dem unsere Tochter dort ist, durften wir 3 Brillen erset­zen und jed­er weiß, dass Brillen nicht ger­ade bil­lig sind. Da sind wir schon mal lock­er im dreis­tel­li­gen Bere­ich. Fed­er­taschen und dessen Inhalt (inkl. hochw­er­tiger Füller, ein Geschenk ihrer Tante) durfte auch schon mehrmals neu geholt wer­den. Beson­ders die Brillen hätte man dur­chaus mit der Ver­sicherung klären kön­nen, aber es will kein­er gewe­sen sein und ich durfte schon von ein­er anderen Mut­ter hören, dass deren Kind ja immer die Schlägereien anzettelt… Halt, dieser Satz kommt mir bekan­nt vor. Ach ja, natür­lich. Vor 6 Jahren durfte ich mir das ja von der Vorschulk­lasse ein­er anderen Schule anhören… Eine, schein­bar, alltägliche Aus­sage, wenn man den Fin­ger in die Wunde legt. Gut, das ist weitaus weniger schlimm im Gegen­satz zu dem was in Berlin passierte ( http://www.news.de/panorama/855743380/11-jahre-altes-maedchen-begeht-selbstmord-versuch-in-berlin-mobbing-suizid-an-grundschule-polizei-ermittelt-nach-obduktion/1/ )

DAS darf nicht passieren! Mob­bing über­haupt darf nicht passieren, weil den Tätern nicht bewusst ist, was mit den Opfern passiert. Demü­ti­gun­gen, Belei­di­gun­gen, Gewalt… Alles was der­maßen an die Psy­che gehen kann! Die Schule unter­nahm nichts — auch nicht die Grund­schule mein­er Tochter! Man darf unge­hin­dert weit­er­ma­chen und solange die Poli­tik nicht ansatzweise wach wird, gemein­sam mit den Schulen zusam­men arbeit­en (Leute, was brin­gen Sozialpäd­a­gogen, wenn die Kinder so schlimm drauf sind, dass sie kapit­ulieren!!!!), kein­er­lei Aufk­lärung ges­tartet wird, kann sich auch nichts ändern. Meine Bekan­nte musste sehen, wie ihre Tochter mit zwei gebroch­enen Hän­den(!!!) nach Hause kam! Solche Gewalt­tat­en sind haus­gemacht. Anti­au­toritäre Erziehung, Eltern denen es egal ist was es in der Schule anstellt (oder eben nicht), ein Wortschatz der meine Ohren zum wack­eln bringt…

Aber mal kurz zurück zu uns: natür­lich saß man zulet­zt auch mit dem Direks an einem Tisch. Immer höre ich, was die anderen machen. aber nie was Ihre Tochter macht. Ach so, ist das jet­zt die Grund­vo­raus­set­zung dafür, dass mein Kind an allem schuld ist und diese Mob­bing­welle her­auf beschworen hat? Also so darf man mir ja nicht kom­men und zum Glück war ich auch nicht dabei. Aber von ein­er Päd­a­gogin zu hören, unser Kind sei eben nicht schw­er erziehbar (Zitat des Direks), liegt ja nahe dass wir als Eltern nicht ver­sagt haben. Im Gegen­teil, man lobt unseren Erziehungsstil. Aber natür­lich, man prangert der Schule Missstände an was am Ruf kratzen kann (nicht kön­nte!) und das mögen Schulleit­er so gar nicht und ganz ehrlich? Mir ist das egal! Es kann nicht sein, dass Kinder (weiß Gott, nicht nur unsers!) lei­den, mit Angst zur Schule gehen. Jedes mal durfte ich mir von anderen anhören, man solle doch ein­fach die Schule wech­seln. Also entwed­er haben diese Leute, die das immer lock­er aus der Hüfte schießen, selb­st keine Kinder oder ken­nen das Wort Mob­bing ein­fach nicht… Man hats ja ver­sucht, wobei wir uns anfangs, das Kind übri­gens auch, gegen einen Wech­sel gewehrt haben. Warum sollen die Opfer klein beigeben, wenn die Täter doch die Wurzel allen Übels ist?! Aber vor den Herb­st­fe­rien let­zten Jahres kehrten genau diese Gedanken zurück… Man set­zte also alles daran, man scheit­erte aber kläglich. Alle vierten Klassen waren rest­los über­füllt, man dachte auch an eine Pri­vatschule. Da kon­nte man uns zwar Hoff­nun­gen machen, wur­den aber doch lei­der zunichte gemacht. Also bleibt uns jet­zt nur eins: Augen zu und durch!

Ich muss aber ehrlich sagen, dass unsere Tochter kaum mit Bauch­schmerzen zur Schule geht, weil sie weiß das wir geschlossen hin­ter ihr ste­hen und für sie da sind. Bei mir rollen gerne Köpfe wenn es sein muss. Ich unter­hielt mich auch mit dem Eltern­rat kurz vor dem Jahreswech­sel und die ver­suchen nun aktiv gegen Gewalt zu kämpfen. Den, und das weiß eine vom ER, wün­sche ich viel Glück, viel Kraft und viel Erfolg! Der Schulleit­er hat ja schon gesagt, es gäbe keine Gewalt… Das klingt jedoch eher nach einem gewalti­gen Sprung in der Plat­te, wo die Nadel ewig hän­gen bleibt… Den Satz kann ich bald in andere Sprachen über­set­zen… Ach ja auf trump­sch zum Beispiel: Erder­wär­mung? Gibts nicht!
Nur die Leis­tun­gen kön­nten… Ich sage es mal so: das Hal­b­jahreszeug­nis ist bess­er gewor­den, aber wie bei jedem nor­malen durch­schnit­tlichen Schüler, ist immer Luft nach oben! Aber da die Anmel­dung für die weit­er­führende Schule gemacht wurde, ist zumin­d­est ein wichtiger Grund­stein geset­zt dem Hor­ror ein Ende zu machen. Natür­lich beste­ht immer­hin auch ein gewiss­es Risiko, dass es an der weit­er­führen­den Schule genau­so ablaufen kann. Ich möchte gerne mal eine Schule ken­nen­ler­nen, wo es wed­er Gewalt noch andere Auseinan­der­set­zun­gen gibt… Irgend­was ist ja immer…

Aber auch in Ham­burg rührt sich nichts. Muss es bei uns auch erst ein erstes Suizidopfer geben? Ich kann mich noch erin­nern, als es bei ein­er Sitzung (sie war öffentlich!) hieß, dass ein Drit­tk­lässler mit­ten im Unter­richt auf den Tisch stieg, Mess­er raus holte und sagte, es bringe sich jet­zt um! Mir fiel die Kinnlade herunter. Auch heute Mit­tag, als ich aus­nahm­sweise mal, Punkt 12 guck­en wollte, berichtete man über das Mäd­chen aus Berlin. Ich saß hier und hab geheult, was nicht nur an den aktuellen Hor­mo­nen liegt. Nein, es musste ein­fach mal raus weil wir seit 4 Jahren diese ganze Kacke (entschuldigt den Aus­druck) eben­falls mit­machen und zum Glück hat unsere Tochter in kein­ster Weise solche Äußerun­gen von sich gegeben!

Was muss also getan wer­den? Es gibt so viele Möglichkeit­en, das eines vor­ab! Unsere Schul­be­hörde bietet Kurse für Schüler an, die Schule aber muss es anmelden. Super, wie man sieht wird es also nicht unbe­d­ingt als selb­stver­ständlich ange­se­hen… Den Kindern vielle­icht mal früh beib­rin­gen, dass man sich zwar kap­peln darf, aber nicht unbe­d­ingt mit­machen sollte, son­dern eher dazwis­chen gehen (wenn man sich denn traut), Lehrer und Schulleit­er müssen DRINGEND sen­si­bil­isiert wer­den! Ger­ade die lassen es gerne unter den Tisch fall­en (wie man auch bei uns sieht) und hauen ggf. sel­ber noch ordentlich drauf. Aber vor allem MUSS aufgek­lärt wer­den! Und wenn man sich Hil­fe von außen holt, dann ist dem so! Aber keine Schule ste­ht mit dem Prob­lem alleine dar und ich will mir nicht aus­malen, wie die Zeit­en dann sind, wenn unser Sohn eingeschult wer­den soll… Mir wird jet­zt schon total schlecht, wenn sich JETZT nichts ändert! Und es muss sich was ändern, lieber gestern als mor­gen!

Im übri­gen hab ich auch ver­sucht, die Medi­en einzuschal­ten… Die Reak­tion? Null!

Es wird öffentlich gegen Merkel protestiert, öffentlich gegen die Zustände in der Pflege… Jet­zt muss öffentlich gegen Mob­bing protestiert wer­den!